Wie Körpersprache dabei hilft, souverän zu wirken!

Das kennt beinahe jeder: Eben war man noch total taff, wusste, wer man ist und was man kann und dann sitzt man vor dem Chef oder dem Professor in der Sprechstunde gegenüber, der baut sich auf, schaut einen mit stechendem Blick an und Schwups… ist alle unsere Souveränität dahin! Man fühlt sich klein und zeigt das – wahrscheinlich – auch. Was hier passiert ist? Statusverhalten! Unsere Körpersprache wirkt sich auf unser Gegenüber aus. Und wir können sie nutzen, um in wichtigen Gesprächsituationen selbstbewusst und souverän zu wirken. Status Verhalten kann man besonders gut im Improvisations-Theater seiner Wahl beobachten. Ein Artikel von yuii Business-Training.  

Tief- und Hochstatusverhalten – was bedeutet das?

Der Status bezeichnet im Allgemeinen das Machtgefälle in der Beziehung zwischen zwei Personen. Im Improvisationstheater schlüpfen die Darsteller, die dem Publikum alle Szenen spontan darbieten, gerne in Hoch- oder Tiefsstatusrollen. Eine Hochstatusrolle wäre klassischerweise ein selbstbewusster, durchsetzungsstarker und stolzer König. Eine Tiefstatusrolle dagegen ein verunsicherter, ängstlicher und unterwürfiger Bettler. Wer wer ist, erkennt man auf den ersten Blick: Durch die Körpersprache und die Stimme der Spieler.   Hoch- oder Tiefsstatus – was hilft’s im Studium und Job? Das Wissen um den Status und wie man ihn im Theaterspiel körpersprachlich ausdrückt, hilft auch im Studium oder Job weiter. Denn, wer in mündlichen Prüfungen oder Vorstellungsgesprächen wie ein „König“ und nicht wie ein  „Bettler“ wirken möchte, der muss auf seine Körpersprache achten und sollte die nonverbalen Signale kennen, die verraten, welchen Status er einnimmt.

 

Typische körpersprachliche Signale des Hochstatus:

1) aufrechter Gang, sich körperlich „groß“ machen, fester Händedruck

2) Halten und Suchen des Blickkontaktes

3) entspannte Körperhaltung, offener Oberkörper beim Sitzen

4) Kopf beim Sprechen ruhig halten, nicht zu sehr zur Seite neigen, sich nicht im Gesicht berühren

5) ruhige, kräftige Sprechweise

 

Typische körpersprachliche Signale des Tiefstatus

1) eher gebeugter Gang, sich körperlich „klein machen“, schlaffer Händedruck

2) Blickkontakt nicht halten können, auf den Boden oder neben den Gesprächspartner schauen

3) Sitzen auf der vorderen Stuhlkante

4) Spielen mit Körperteilen, Ringen oder Ketten, sich oft im Gesicht berühren

5) hektisches, schnelles Sprechen, mit vielen kurzen „ähs“

 

Achtung: Besonders Frauen machen sich gerne „klein“

Frauen tappen häufig in die „Tiefstatusfalle“. Meist sogar ganz unbewusst, da körpersprachliche Signale wie Beine zusammenschlagen, Hände und Arme elegant Über- oder Aufeinanderlegen Mädchen oft anerzogen wurden. Aber gerade in Gesprächen und Verhandlungen mit Männern, können diese äußerlichen Signale falsch interpretiert werden. Das heißt, Frauen sollten bewusst darauf achten, sich körperlich nicht zu klein zu machen. Außerdem neigen Frauen eher dazu, beim Sprechen am Satzende nach oben zu gehen. So machen sie Aussagen aber leider zu Fragen, die sie auf Dauer unsicher wirken lassen, obwohl sie das vielleicht gar nicht sind. Frauen, die speziell daran arbeiten möchten, sind im yuii-Training „Women only“ übrigens gut aufgehoben.

 

Ins Bewerbungsgespräch mit einem positiven Hochstatus

Wer in Bewerbungsgesprächen überzeugen und in schwierigen Verhandlungen punkten will, sollte auf sein Statusverhalten achten und keinesfalls unbewusst einen Tiefstatus einnehmen. Dabei unbedingt bedenken, dass ein Hochstatusverhalten nicht automatisch Arroganz, Überheblichkeit oder gar unsoziales Verhalten bedeutet. Ein positiver Hochstatus ist mit sich im Reinen und geht dementsprechend freundlich und offen mit seinen Mitmenschen um.   Das eigene Statusverhalten und die eigene Status-Varianz kann man in Trainings, die mit Methoden der „Improvisation“ oder des „Improvisationstheaters“ arbeiten, kennenlernen und lernen Statusverhalten bewusst für berufliche Situationen zu nutzen.