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13. März 2019

Verkehrsrechtsschutz

Verkehrsrechtsschutz

Verkehrsrechtsschutz-Versicherung – nicht nur für Vielfahrer

In den letzten Jahren ist es in Deutschland durchschnittlich 2,6 Millionen Mal zu Verkehrsunfällen gekommen, was bedeutet, dass es jeden Tag etwa 7.212 Mal auf Deutschlands Straßen sprichwörtlich kracht.

Nicht selten zieht ein solcher Unfall langwierige und kostenintensive Rechtsstreitigkeiten nach sich. Gegnerische Kfz-Versicherungen verweigern den Ausgleich des entstandenen Schadens, obwohl Fragen zum Unfallhergang und der Verschuldensfrage vermeintlich bereits geklärt worden sind. In diesen Fällen kann nur ein Rechtsanwalt weiterhelfen, der sich mit der Versicherungsgesellschaft auseinandersetzt und bei Zahlungsverweigerung ein Zivilverfahren einleitet. Dass diese Vorgehensweise mit hohen Kosten für Anwälte, Gutachter, Zeugen und auch das Gericht verbunden sind, ist hinlänglich bekannt. Gebühren und Kosten richten sich nach dem Streitwert, sodass aus einem kleinen Schaden schnell ein unberechenbarer Kostenfaktor von mehreren Tausend Euro werden kann. Wer jetzt nicht von einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung abgesichert wird, trägt das volle Kostenrisiko und bleibt unter Umständen sogar auf seinem eigenen Schaden sitzen.

Leistungen einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung

Immer dann, wenn es im Straßenverkehr sowie wegen eines Kraftfahrzeuges zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommt, kann eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung weiterhelfen. Je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif variieren die Leistungen jedoch deutlich. Die klassische Verkehrsrechtsschutz-Versicherung greift bei Rechtsstreitigkeiten

  • wegen Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld aus einem Verkehrsunfall
  • wegen Unfall- und/oder Fahrerflucht
  • wegen unfachmännisch durchgeführter Reparaturen durch eine Kfz-Werkstatt
  • wegen der Berechnung einer unzutreffenden Steuer durch die Kfz-Steuerbehörde
  • in Ordnungswidrigkeitenverfahren
  • in Ermittlungs- und Strafverfahren wegen Körperverletzung u.a.

Fast alle Versicherungsgesellschaften bieten ihren Versicherungsnehmern in den verschiedenen Rechtsschutztarifen zusätzliche Leistungen an, wozu beispielsweise eine Beratungshotline gehören kann, die von einem mit dem Verkehrsrecht vertrauten Anwalt betreut wird oder bei der Suche nach einem solchen weiterhilft.

Verkehrsrechtsschutz pro Fahrzeug oder Flotte

Je nach Versicherungsgesellschaft gilt eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung für ein versichertes Fahrzeug oder für alle von der Familie genutzten Autos. Wird die Versicherung für ein bestimmtes Fahrzeug abgeschlossen, so sind sowohl Eigentümer bzw. Halter als auch berechtigte Fahrer und Insassen versichert. Der Versicherungsnehmer selbst genießt in diesem Fall zusätzlich auch den Schutz der Verkehrsrechtsschutz, wenn es bei Fahrten mit Mietwagen oder als Radfahrer, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar als Fußgänger zu einem Unfall kommt. Wird mit der Versicherung ein Komplettschutz vereinbart, sind alle Kraftfahrzeuge der Familie sowie Kinder und Ehe- oder Lebenspartner mitversichert. In diesen Fällen sichert die Rechtsschutzversicherung die versicherten Personen auch dann ab, wenn sie ohne Kraftfahrzeug im Straßenverkehr in einen Unfall verwickelt werden.

Leistungsbereich der Verkehrsrechtsschutz-Versicherung

In Zivilverfahren hat derjenige die gesamten Kosten des Verfahrens zu tragen, der den Rechtsstreit letztendlich verliert. Dabei handelt es sich aber nicht nur um die eigenen Anwalts- und Gerichtskosten, sondern auch um die entsprechenden Kosten des Unfallgegners. Schließen die Parteien einen Vergleich, werden die Kosten anteilig aufgeteilt.

Bei einer Niederlage vor Gericht kommt die Rechtsschutzversicherung für diese Gesamtkosten auf und auch, wenn eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann, trägt die Verkehrsrechtsschutz-Versicherung die Anwaltsgebühren.

Die Versicherungsgesellschaft leistet pro Schaden bis zur im Versicherungsvertrag vereinbarten Versicherungssumme. Häufig werden Deckungssummen von ein bis zwei Millionen Euro für inländische Schäden sowie bis zu 100.000,00 Euro für weltweite Schäden vereinbart. Des Weiteren werden Grenzbeträge für Strafkautionen festgelegt, die von der Gesellschaft übernommen werden. Auch eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung übernimmt immer nur Verfahrenskosten und damit zusammenhängende Gebühren, aber keine Geldstrafen oder Bußgelder.

Ausschlüsse von der Leistungspflicht

War ein Kraftfahrzeug zum Zeitpunkt eines Verkehrsunfalls nicht rechtmäßig zugelassen oder der beteiligte Fahrer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis bzw. nicht berechtigt, das Fahrzeug zu führen, übernimmt die Rechtsschutzversicherung keine Kosten. Gleiches gilt auch für vorsätzlich herbeigeführte Verkehrsunfälle sowie Verfahrenskosten aus Halteverbots- und Parkverstößen. Streitigkeiten mit der eigenen Rechtsschutzversicherung werden ebenfalls von der Leistungspflicht ausgeschlossen. Welche Ausschlüsse ansonsten noch gelten können, variiert bei den verschiedenen Gesellschaften und Tarifpaketen enorm. Aus diesem Grund sollten die Versicherungsbedingungen unbedingt vor Unterzeichnung des Versicherungsvertrages geprüft werden.

Verkehrsrechtsschutz-Versicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung

Je nach Rechtsschutzvertrag ist es möglich, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. In der Regel werden für eine Selbstbeteiligung Beträge zwischen 150,00 Euro und 500,00 Euro pro Schadensfall festgelegt. Viele Versicherungsgesellschaften bieten einen Rechtsschutz aber auch ganz ohne Selbstbeteiligung an oder erlassen ihren Versicherungsnehmern den Eigenanteil, wenn es in den letzten fünf Jahren oder einem anderen vorbestimmten Zeitraum nicht zu einem Schaden gekommen ist.

Kosten einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung

Die Prämien für eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung hängen von den vereinbarten Versicherungsleistungen ab. Rechtsschutzversicherungen, die sich nur auf die Absicherung eines Fahrzeuges beschränken, werden schon für durchschnittlich 50,00 Euro pro Jahr angeboten. Für eine Familienversicherung mit einem Schutz für alle Fahrzeuge und Familienmitglieder kommen jedoch auch Prämien von mehr als 200,00 Euro in Betracht. Beeinflusst werden die zu zahlenden Tarife naturgemäß auch von der vereinbarten Selbstbeteiligung. Je höher der gewählte Eigenanteil, desto niedriger fallen auch die Prämien aus.

Eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung kann auch Bestandteil eines Rechtsschutz-Paketes sein. In einigen Privatrechtsschutz-Verträgen ist die Verkehrsrechtsschutz als Baustein enthalten.

Für wen sich eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung empfiehlt

Grundsätzlich nimmt fast jeder als Fußgänger, Radfahrer, Fahrgast oder Fahrzeugführer am Straßenverkehr teil, sodass auch in Anbetracht der verhältnismäßig niedrigen Prämienhöhe eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung empfehlenswert erscheint. Dies, zumal ein Großteil der vor Gericht ausgefochtenen Streitigkeiten aus dem Bereich des Straßenverkehrs stammt. Menschen, die viel unterwegs sind, haben auch ein höheres Unfallrisiko. Dies gilt insbesondere für Vielfahrer und Pendler, die nicht auf eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung verzichten sollten.