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Rechtsschutzversicherung- Was ist das und wofür brauche ich eine?

Erst, wenn das erste Mal die Hilfe eines Rechtsanwalts benötigt wird, machen sich die meisten Leute Gedanken darüber, ob eine Rechtsschutzversicherung notwendig wäre. Leider geraten mit der Zeit immer mehr Menschen in einen Streit, welcher womöglich vor Gericht geklärt werden muss. Oftmals handelt es sich hierbei um ganz alltägliche Auseinandersetzungen, welche nicht durch eine gütliche Einigung geklärt werden konnten.

In dem Dschungel von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften ist es zudem für Viele schwierig, den Durchblick zu behalten. Um im Streitfall Recht zu bekommen, müssen häufig mehrere Instanzen durchlaufen werden. Derartige Verfahren können unfassbar langwierig- und durch stets anfallende Kosten und Gebühren entsprechend teuer sein.  Anwalts- und Gerichtskosten, Kosten für Schieds- und Schlichtungsverfahren, Sachverständigenhonorare, Zeugengelder oder Gebühren einer gerichtlich angeordneten Zwangsvollstreckung sind mögliche Kostenpunkte, die im Zuge eines Prozesses anfallen können und vorab kaum kalkulierbar sind.

Man kann also einräumen, dass eine Rechtsschutzversicherung den Versicherten bei der Durchsetzung seiner rechtlichen Interessen unterstützt ohne dass dieser eine finanzielle Belastung eingehen muss. Die anfallenden Kosten eines Rechtsstreits werden bis zur vereinbarten Versicherungssumme und innerhalb der ausgemachten Leistungen übernommen.

Damit der Versicherungsbeitrag bezahlbar sein kann, können nicht alle denkbaren Fälle versichert werden. Zum Beispiel sind Bußgelder und Geldstrafen in der Regel ausgeschlossen. Ebenso auch Streitigkeiten aus der Planung und Errichtung von Bauvorhaben, dem Kauf oder Verkauf von Bauland oder aus Finanzierungsvereinbarungen zum Hausbau. Vorsätzliche wie auch fahrlässige Delikte sind automatisch vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. So zum Beispiel Verbrechen wie Mord, Totschlag, Raub, ebenso die Vergehen Sachbeschädigung, Betrug, Diebstahl oder Beleidigungen.

Um die Beitragsbelastung niedrig zu halten, ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung eine empfehlenswerte Option. Der Versicherungsnehmer beteiligt sich im Schadenfall finanziell bis zur Höhe der Selbstbeteiligung und der Versicherer übernimmt die darüber hinausgehenden Kosten. Oftmals wird auch ein Schadenfreiheitsbonus angeboten. Bleibt der Versicherungsnehmer für eine bestimmte Zeit, oftmals sind es 3-5 Jahre, schadenfrei, so reduziert sich- oder gar entfällt die Selbstbeteiligung im Schadenfall.

Der Versicherungsschutz gilt gewöhnlich weltweit. Außerhalb Europas jedoch nur für einen bestimmten Zeitraum von 6-24 Monaten und einer Versicherungssumme von 100.000 EUR bis 300.000 EUR, je nach Anbieter und Tarif. Sofern kein Vorvertrag bestanden hat und der Versicherungsschutz vollumfänglich genutzt werden kann, muss bei zahlreichen Leistungsarten eine dreimonatige Wartezeit eingehalten werden. Ausgenommen sind davon nur jene Ereignisse, die nachweislich zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses unbekannt waren.