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14. März 2019

Privatrechtsschutz

Privatrechtsschutz-Versicherung – Absicherung in Alltag und Freizeit

In vielen Dingen des Alltags werden Menschen mit Problemen konfrontiert, die für eine gerechte Lösung den Rechtsweg erfordern. Beispielsweise dann, wenn eine online bestellte Ware trotz fristgerechter Bezahlung nicht geliefert wurde, bleibt in vielen Fällen nur noch der Gang zum Rechtsanwalt. Anwälte und Verfahren vor den Gerichten kosten jedoch viel Geld und auch das Kostenrisiko kann vorab nur schwer beurteilt werden. Eine Privatrechtsschutz-Versicherung schützt in derartigen und anders gelagerten Fällen vor den Kosten eines Gerichtsverfahrens.

Unterschied Privatrechtsschutz und private Rechtsschutzversicherung

Eine klassische Rechtsschutzversicherung ist eine Versicherung, die – wie etwa auch bei der Haftpflichtversicherung – freiwillig von Privatpersonen abgeschlossen wird. Im Rahmen der Rechtsschutzversicherung ist es möglich, bis zu fünf Bausteine – Privatrechtsschutz, Verkehrsrechtsschutz, Berufsrechtsschutz, Vermieterrechtsschutz und Mietrechtsschutz – abzusichern. Der Begriff Privatrechtsschutz ist also der Baustein „Privat“ innerhalb der Rechtsschutzversicherung.

Eine Berufsrechtsschutz ist zum Beispiel eine Rechtsschutzversicherung im Bereich des Arbeitsrechts und stellt ebenfalls keine separate Police dar. Sie wird im Rahmen des Bausteins „Beruf“ mit in die Hauptversicherung einbezogen. Viele Versicherungsgesellschaften kombinieren die Berufsrechtsschutz-Versicherung mit der Privatrechtsschutz-Versicherung, damit trotz eines Abschlusses ein doppelter Versicherungsschutz gewährleistet werden kann. Im strikten Kontrast hierzu steht jedoch die Gewerbe-Rechtsschutzversicherung, die nur rechtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem ausgeübten Gewerbe absichert.

Leistungen der Privatrechtsschutz-Versicherung

Eine Privatrechtsschutz-Versicherung hat den Zweck, den privaten Lebensbereich des Versicherungsnehmers abzusichern. Hierzu zählen zum Beispiel Auseinandersetzungen mit Handwerkern, Reiseveranstaltern oder Nachbarn. Welche Leistungen die Versicherung letztendlich enthält, muss vor Abschluss genau geklärt werden. Entweder ergeben sich die abgedeckten Leistungen aus den Versicherungsbedingungen oder müssen unmittelbar beim Berater oder Versicherer erfragt werden.

Klassische Leistungsbestandteile einer Privatrechtsschutz-Versicherung sind jedoch

  • Streitigkeiten wegen Schadensersatz
  • Auseinandersetzungen wegen sozialer Leistungen/Eingruppierungen
  • Konflikte wegen der Steuern gegenüber den Finanzbehörden
  • Strafverfahren
  • Verfahren im Vertrags- und Sachenrecht
  • Verwaltungsangelegenheiten

Wartezeit und Selbstbeteiligung bei der Privatrechtsschutz-Versicherung

Ein Großteil der Versicherer arbeitet bei Rechtsschutzversicherungen mit Wartezeiten. Wartezeiten bedeuten, dass auch in der Privatrechtsschutz-Versicherung der Versicherungsschutz nicht unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung greift. Regelmäßig müssen Versicherungsnehmer drei bis sechs Monate warten, bis sie im Schadensfall auf die Unterstützung durch die Versicherungsgesellschaft rechnen können.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, bei Rechtsschutzversicherungen eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Bei diesem Eigenanteil handelt es sich um die Summe, die der Versicherungsnehmer pro Schadensfall selbst zu tragen hat. Wird eine Selbstbeteiligung vereinbart, reduziert sich auch die zu zahlende Versicherungsprämie.

Optionen bei der Privatrechtsschutz-Versicherung

Insbesondere bei der Privatrechtsschutz-Versicherung sollten die Versicherungsbedingungen auf folgende Optionen überprüft werden:

  • Falschberatungen in Bezug auf risikoarme Geldanlagen wie Sparbücher und bei risikoreichen Kapitalanlagen, die nicht selten von der Leistungspflicht ausgeschlossen oder bis zu einem minimierten Höchstbetrag mitversichert werden.
  • Nebenklägerprozesse als Opfer einer Straftat und Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz, um sich beispielsweise auch gegen Anschuldigungen wie Lärmbelästigung zur Wehr setzen zu können.
  • Beratungen in Bezug auf Betreuung, Patientenverfügung und Testament, wobei die Errichtung eines Testamentes oder Erbvertrages vom Notar durchgeführt und nicht von der Rechtsschutzversicherung abgesichert wird.

Werden die einzelnen Bestandteile vorab überprüft, kann jeder selbst entscheiden, welcher Rechtsschutz am besten zu seinem Alltag und Leben passt.

Steuerliche Absetzbarkeit einer Rechtsschutzversicherung

Ein Teilbereich der Rechtsschutzversicherung, nämlich der Bereich Arbeit und Arbeitsrecht, kann von der Steuer abgesetzt werden. Es wird auch nur der Betrag anerkannt, der für den Arbeitsrechtsschutz aufgewendet wurde.

Tarifgestaltung bei Rechtsschutzversicherungen

Wie auch bei anderen privaten Versicherungen unterscheiden sich die Tarife der Privatrechtsschutz-Versicherung. Häufig werden sie in Basis-, Komfort- und Premium-Tarife unterteilt, die in ihrer Prämie und in ihren Leistungen variieren. Beispielsweise gehört der selten angebotene Bereich Erbrecht nicht zu den Grundleistungen einer Privatrechtsschutz-Versicherung. Im Premium-Tarif können diese Leistungen jedoch durchaus vorhanden sein, sodass auch die Kostenübernahme bei Testamentsanfechtungen oder Erbstreitigkeiten abgesichert ist.

Häufiger als der Baustein Erbrecht wird die Kostenübernahme für Beratungen in Familiensachen angeboten. Mitversichert ist hierbei eine Beratung durch einen Rechtsanwalt bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. Es ist also kein Rechtsschutz für eine Scheidung oder ein separater Baustein für Familienrecht. Wer die Bereiche Unterhalt und Ehe versichern möchte, findet nur wenige Anbieter und muss mit hohen Prämien rechnen.

Nicht zuletzt muss geklärt werden, ab welchem Zeitpunkt die Privatrechtsschutz-Versicherung greift. In Erfahrung zu bringen ist, ob die Versicherung bereits außergerichtliche Auseinandersetzungen abdeckt, auch Mediationen ausgleicht oder erst dann in die Leistung eintritt, wenn ein Gerichtsverfahren anhängig gemacht wird.