Naturwissenschaftler und IT’ler – und sie kommunizieren doch!

„Studierende der Informatik oder auch Naturwissenschaften müssen im Job später nicht groß kommunikativ sein!“ Ein Mythos, der sich in manchen Universitäten immer noch hält. Denn viele unterstützen nach wie vor die Kommunikationsfähigkeiten ihrer naturwissenschaftlichen oder technischen Talente zu wenig. Auf Soft-Skills-Seminare als Pflichtveranstaltungen wird an vielen Fachhochschulen und Universitäten kein Wert gelegt. Schade, denn die Realität in den Unternehmen sieht ganz anders aus. Gerade IT’ler müssen Kommunikationstalente sein und können sich mit guten kommunikativen Fähigkeiten besonders hervor tun. Drei Kommunikations-Tipps von yuii Business-Training, nicht nur, für studentische Technik-Talente.

Noch Fragen? Aber sicher!

Fragenstellen kann ja bekanntlich jedes Kind. Leider tun es viele Erwachsene irgendwann nicht mehr oder nicht mehr ausreichend. Dabei sind Fragen und Rückfragen wirklich wichtig – gerade, wenn es um komplexe Projekte geht, die eben nicht selbsterklärend sind. Insbesondere, wenn IT-ler mit Menschen zusammenarbeiten, die keine Ex-Programmierer oder IT-Experten sind, sind Nachfragen seitens der Techies das A und O. Denn die Verantwortung für den möglichst reibungslosen Kommunikationsfluss liegt bei Sender und Empfänger einer Nachricht. Es gibt sogar Kommunikationsmodelle, die die Rolle des Empfängers besonders betonen. Der Empfänger sollte klären, WIE und OB eine Nachricht richtig bei ihm angekommen ist. Wer schweigend oder gar nickend auf Erklärungen und Anweisungen reagiert – obwohl ein großes Fragezeichen im Kopf herrscht – darf sich nicht beschweren, wenn ein Projekt ins Stocken gerät. Beim Fragestellen hilft es übrigens, wenn man sich die wichtigsten W-Fragen einfach mal wieder ins Gedächtnis ruft. Diese lauten: Wer, was, wann, wie, wozu, wofür oder weswegen.

Aktives Zuhören 

Ein Schlagwort, das in der Business-Kommunikation immer wieder fällt. Dabei ist „Zuhören“ alleine für viele Menschen heute schon eine echte Herausforderung. Denn oft schweifen die eigenen Gedanken in Meetings und Besprechungen aber auch in Gesprächen schnell ab, wenn man schon beim eigenen Projekt, dem eigenen Beitrag oder in der Mensa ist. Erster Schritt des „aktiven Zuhörens“ ist also: Wirklich zuhören und eigene Gedanken möglichst loslassen. Zweiter Schritt: In kurzen Schleifen das Gehörte mit eigenen Worten wiedergeben und abchecken, ob beide Seiten, die etwas sagen, auch wirklich dasselbe meinen.

Empfängerorientierte Kommunikation

Finaler und letzter Tipp – und hier wird’s dann spannend insbesondere für die Techies: Sich einlassen auf das inhaltliche Niveau des Gegenübers! Erspüren und Erkennen, wie ich meinem Gesprächspartner etwas erklären muss, damit er es versteht. Nicht nur auf sein Gesagtes achten, sondern auch auf dessen Körpersprache, wenn er Erklärungen aufnimmt. Runzelt er die Stirn, verschränkt er die Arme? Gibt es zustimmende „Ahas“ oder „Mhmms“ oder schaut er oder sie mit großen Augen drein?

Es bringt nichts, einem neuen, vielleicht noch unerfahrenen Kollegen, der glaubt, Java sei ausschließlich eine Insel im südlichen Pazifik, einen Fachvortrag zu halten, nur, weil’s schneller geht und es einem selbst leichter fällt. Nein, dieser Kollege braucht einfache Erklärungen und Verständnis. Das erfordert Disziplin, Kreativität und sicher auch etwas Geduld– aber die Kommunikation mit Kollegen wird es danken.