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Leistungsumfang einer Rechtsschutzversicherung

Der Leistungsumfang der Versicherung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Versicherungsnehmers. So kann man den persönlichen Versicherungsschutz aus den Rechtsbereichen Privat, Beruf, Verkehr und Immobilien bzw. Wohnen zusammenstellen. Diese inkludieren wiederum verschiedene Leistungsarten, welche bedeutsam für einen umfangreichen Versicherungsschutz sind. Hierunter fallen beispielsweise:

  • Schadenersatz-Rechtsschutz,
  • Rechtsschutz im Vertrags-und Sachenrecht,
  • Sozial-Rechtsschutz,
  • Steuer-Rechtsschutz,
  • Verwaltungsrechtsschutz,
  • Beratungs-Rechtsschutz im Familien und Erbrecht,
  • Ordnungswidrigkeiten- Rechtsschutz,
  • Rechtsschutz für Opfer von Gewaltstraftaten,
  • Beratungs-Rechtsschutz im Urheberrecht,
  • Straf-und Spezial-Straf- Rechtsschutz.

Privat-Rechtsschutz

Der Privat-Rechtsschutz hilft bei Streitigkeiten aus Kauf, -Reparatur- oder Internetverträgen. Zum Beispiel, wenn ein Handwerker mangelhafte Arbeit leistet, der Reiseveranstalter falsche Angaben zum Reiseort gemacht hat oder ein Internetverkäufer, die Ware nicht versendet. Auch Kontroversen mit der Krankenversicherung oder die Durchsetzung von Rentenansprüchen sowie Einkommenssteuerangelegenheiten sind im Privatrechtsschutz verankert.

Überdies sind Familienangelegenheiten ein häufiger Streitgrund, wie eine Scheidung, Unterhaltsvereinbarungen oder Sorgerechtsstreitigkeiten. Oftmals werden hier Kosten einer anwaltlichen Erstberatung übernommen. Weitergehende Maßnahmen wie Schriftverkehr oder gar gerichtliche Vertretung, werden jedoch normalerweise nicht vom Versicherer getragen.

Berufs-Rechtsschutz

Laut Gesetz müssen die Streitparteien in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht selbst für die Anwalts- und Gerichtskosten aufkommen, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Folglich ist eine Versicherung mit inkludierten Berufsrechtsschutz äußerst nützlich, wenn es zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen kommt. Zumal somit für Chancengleichheit ungleicher Kontrahenten bei juristischen Auseinandersetzungen gesorgt wird.

Der Berufsrechtsschutz unterstützt bei Streitfragen zu unrechtmäßigen Kündigungen und Abmahnungen, fehlerhafter oder nicht erhaltener Arbeitszeugnisse, Versetzungen, Ausbleiben von Lohn- und Gehaltszahlungen oder auch bei Disziplinarverfahren gegen Beamte und Soldaten. Viele Arbeitsverträge enthalten geschickt versteckte Klauseln, so dass dem Beschäftigten gegenüber Sonderrechte entstehen. Dies kann sich beispielsweise beim Kündigungsschutz, bei der Überstundenregelung oder auch beim Urlaubsanspruch negativ auswirken. Streit mit dem Arbeitgeber ist sicher nicht wünschenswert, kommt aber leider häufig vor. Das Statistische Bundesamt verzeichnete allein im Jahr 2016 fast eine halbe Million Klagen, welche bei deutschen Arbeitsgerichten eingingen.

Es kann auch ein Mediator, welcher als unparteiischer Streitschlichter fungiert, eingeschaltet werden. Dies ist vor allem dann empfehlenswert, wenn der Arbeitnehmer in der Firma verbleiben möchte. Hierbei greift eine Berufsrechtsschutzversicherung ebenfalls. Sie hilft bei der Suche eines Mediators und kommt auch für dessen Kosten auf. Vorteil ist, dass dieses Vorgehen deutlich schneller geht und sich die beiden Parteien auf eine gemeinsame Lösung einigen.

Es gibt auch Fälle, bei denen der Versicherer eine Kostenübernahme vorübergehend oder gänzlich verweigert. Dies kann beispielsweise sein, wenn der Arbeitsvertrag aufgrund einer durch den Arbeitnehmer begangenen Straftat beendet wurde. Die Versicherung tritt in der Regel nur dann für die Kosten eines Verfahrens ein, wenn dieses Aussicht auf Erfolg hat. Welche Leistungen im Einzelnen übernommen werden, kann durch eine sogenannte Deckungsanfrage in Erfahrung gebracht werden und ist generell empfehlenswert. Falls eine Leistung nicht übernommen wird, bleibt man nicht auf den Kosten sitzen. Außerdem können die meisten Versicherer Fachanwälte vermitteln. Dadurch steigert man die Aussicht auf Erfolg.

Verkehrs-Rechtsschutz

Bei Ärger mit Autohändlern und Verkäufern, bei Streit um den Entzug der Fahrerlaubnis oder wenn die Kfz-Steuer von der Finanzbehörde falsch berechnet wurde, greift der Verkehrsrechtsschutz. Außerdem, wenn es um die Geltendmachung von Schmerzensgeldansprüchen und der Übernahme von Reparaturkosten nach einem Unfall geht. Delikte wie Falschparken sind vom Versicherungsschutz ausgenommen. Handelt es sich bei dem Konflikt um einen Vorwurf von Fahren ohne Führerschein, Trunkenheit am Steuer, Kennzeichenmißbrauch oder Gefährdung des Straßenverkehrs wird vorerst Rechtsschutz gewährt.  Ganz gleich, ob dem Versicherungsnehmer die vorsätzliche oder fahrlässige Begehung eines verkehrsrechtlichen Vergehens vorgeworfen wird. Erst, wenn eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt, müssen die bereits geleisteten Kosten des Versicherers vom Versicherungsnehmer rückerstattet werden.  Wird der Versicherungsnehmer wegen fahrlässiger Begehung verurteilt oder das Strafverfahren gegen eine Geldbuße eingestellt, bleibt die Deckungszusage jedoch bestehen.

Der Versicherungsschutz des Verkehrs-Rechtsschutz bezieht sich auf den Versicherungsnehmer als Eigentümer oder Halter, als Erwerber oder als Mieter eines Fahrzeugs. Ebenso gilt der Versicherungsschutz als Fahrer fremder Fahrzeuge sowie als Fahrgast öffentlicher Verkehrsmittel, als Fußgänger und Radfahrer- bis auf den Rechtsschutz im Vertrags-und Sachenrecht.

Immobilien-Rechtsschutz- Wohnen

Plötzliche Mieterhöhungen, inkorrekte Nebenkostenabrechnungen, Kündigungen wegen Eigenbedarf und Nachbarschaftsprobleme haben zum Beispiel ein hohes Konfliktpotenzial, welches mit Unterstützung des Immobilienrechtsschutz ausgefochten werden können. Aber auch Streitigkeiten aus Anschaffung, der Installation und dem Betrieb von Photovoltaikanlagen auf dem selbst bewohnten Einfamilienhaus fallen hierunter. Der Immobilien-Rechtsschutz kann zusätzlich versichert werden und gilt in der Regel für selbstgenutzte Wohnungen oder Häuser. Für vermietete Objekte kann der Versicherungsschutz optional erweitert werden.