Glaubenssätze, die (zukünftige) Karrierefrauen echt vergessen sollten!

Glaubenssätze sind feste Überzeugungen, Ideale oder innere Haltungen, die uns – sehr wahrscheinlich – schon lange begleiten. Sie wurden durch unsere Erziehung geprägt, unsere Eltern, Bezugspersonen, Freunde, wichtige Lehrer oder auch erste Chefs, denen wir in unseren Schüler- oder Studentenjobs begegnet sind. Mit diesen Glaubenssätzen laufen wir durch’s Leben. Manche sind hilfreich und positiv, mit anderen stehen wir uns eher selbst im Weg. Innere Glaubenssätze von Männern und Frauen sind, aufgrund unterschiedlicher Sozialisation, häufig recht unterschiedlich. „Typisch weibliche Glaubenssätze“ können gerade jungen Frauen auf dem Weg zum beruflichen Erfolg im Wege stehen. Ein Artikel von yuii Business-Training.

Glaubenssatz #1: „Es ist erstrebenswert, von jedem gemocht zu werden!“

Anweisungen, Kritik oder Feedback in unklare Worthülsen oder Fragen mit zahlreichen Konjunktiven und „vielleichts“ zu verpacken, gibt einigen Frauen häufig ein besseres Gefühl. Die Befürchtung dahinter: Klare Ansagen könnten mein Gegenüber verärgern und dazu führen, dass er oder sie mich nicht mehr mag. Für viele Frauen eine Horrorvorstellung. Für Männer dagegen signalisiert das schwammige Kommunikationsverhalten vieler Frauen einfach nur Unsicherheit und „Eiertanz“. Wenn hinter Konjunktiven und Füllwörtern der Wunsch steht, möglichst von jedem gemocht zu werden, sollten Frauen wirklich bewusst an der eigenen Kommunikation arbeiten. Keine Angst: Das bedeutet nicht, dass man unfreundlich oder unnahbar werden muss. Ein freundliches „Präsentiere mir deine Ergebnisse bitte bis morgen, 17 Uhr. Ich brauche deine Unterstützung, weil (…). Für Fragen (…) Ich danke dir!“ ist klar und verbindlich. Mit einem undeutlichen „Könntest du es vielleicht schaffen, mir deine Ergebnisse so bis irgendwie Anfang der Woche zu schicken? Das wäre echt lieb, vielen, vielen, vielen Dank!“ erreichen Frauen häufig weniger als erhofft.

Glaubenssatz #2: „Wenn ich deutlich sage was ich will, bin ich eine nervige Bestimmerin!“

Wir Frauen kennen das (fast) alle: Früher beim Spielen mit Mädchen durften wir alles sein – bloß keine Bestimmerin. Bestimmerinnen wurden nicht gerne gesehen, als nervig empfunden und am Ende, meist durch Lästerreien hinter dem Rücken, aus der Spielgruppe gemoppt. Um das zu vermeiden, haben Frauen meist schon früh gelernt, dominantes Verhalten nicht auszuleben. Jungs dagegen wachsen oft ganz natürlich in hierarchischen Gruppenstrukturen auf. Dass es „Anführer“ gibt, die dominant sind, ist ganz normal. Wenn Frauen sich unwohl fühlen, sobald sie eigene Ideen durchsetzen wollen, gilt es, sich diesem Mechanismus zunächst bewusst zu werden und dann aktiv dagegen zu steuern. Solange Frauen gute, sachliche Argumente für die eigene Position haben, dürfen diese verteidigt und angebracht werden. Das ist nur professionell und keinesfalls das Verhalten einer „nervigen Bestimmerin“.

Glaubenssatz #3: „Bescheidenheit ist eine Tugend & Eigenlob stinkt!“

Wenn ein Projekt erfolgreich beendet wurde, dann klopfen sich Männer vor Kollegen und dem Chef gerne auch selbst auf die Schulter. Zu Recht! Wenn man einen schwierigen Kunden gewonnen oder einen kreative Claim entwickelt hat, warum sollte man das nicht erwähnen dürfen? Weibliche Mitarbeiter zeigen häufig auch hier ein anderes Kommunikationsverhalten als männliche: Sie loben das „ganze Team“, sagen “wir“ oder “uns“. Selbst wenn die Frauen den wesentlichsten Anteil am Erfolg hatten, lassen sie das einfach unerwähnt, weil Eigenlob ja angeblich stinkt. Dabei kann man es durchaus charmant und sympathisch verpacken. Frauen dürfen und sollten sich daher auf jeden Fall, insbesondere vor Vorgesetzen, auch selbst loben und geschickte „Me-PR“ betreiben.