Berufliche Weiterbildung – Worauf sollte man achten?

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Immer mehr Menschen nehmen neben ihrem Arbeitsalltag noch die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung wahr. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes gehen derzeit über 70.000 Berufstätige nebenbei einem Studium oder einer Fortbildungsmaßnahme nach. Das sind 34 % mehr als noch vor zehn Jahren. Die Chance nebenberuflicher Qualifizierung erfreut sich also wachsender Beliebtheit und dafür gibt es gute Gründe.

 

Was bringt eine berufsbegleitende Weiterbildung?

Neben dem Beruf noch einmal die Schulbank zu drücken ist anstrengend und erfordert viel Disziplin. Dass derartige Angebote dennoch immer beliebter werden, hat seine Gründe. Viele Menschen sind in ihrem derzeitigen Job unzufrieden und wollen die Chance nutzen, noch einmal das Metier zu wechseln, um anderweitig Karriere zu machen. Andere wollen die Karriereleiter erklimmen, haben dazu aber nicht die notwendige Qualifikation. Diese ist in der spezialisierten Arbeitswelt von Heute häufig von Nöten ist, da sich Aufstiegsmöglichkeiten oft nur noch durch ein zusätzliches Studium ergeben. Wieder andere möchten einfach nur ihren persönlichen Horizont erweitern und sich daher fortbilden. Egal, welche Gründe letztlich ausschlaggebend sind, nebenberufliche Fortbildung kann helfen, diese Ziele zu erreichen. Besonders beliebt ist ein Studium an einer der deutschen Fernuniversitäten. Da dies keine physische Anwesenheit in Seminaren, Übungen oder Vorlesungen erfordert, kann es flexibel dem eigenen Lebensrhythmus angepasst werden. Besonders sinnvoll ist ein Fernstudium, wenn der Studierende nebenher in berufliche und familiäre Verpflichtungen eingebunden ist. Da man selbst entscheidet, wie viel Zeit in die Weiterbildung investiert werden soll, kann es gut mit Job und Familie in Einklang gebracht werden. Empfohlen wird jedoch, etwa 15 bis 20 Stunden Wochenarbeitszeit für das Erarbeiten der Lerninhalte einzuplanen. Die Fernunis stellen sich explizit auf Berufstätige ein und ermöglichen eine flexible Verlängerung oder Verkürzung der Studienzeit. Häufig ist der Beginn des Studiums nicht an Semesterzeiten gebunden, sondern kann auch währenddessen begonnen werden. Die Lernunterlagen werden nach Bezahlung der Gebühr bequem nach Hause geliefert. Manche Universitäten bieten neben dem Selbststudium auch Seminare an, die die Anwesenheit des Teilnehmers erfordern. Darüber hinaus können sich die Studierenden auch online in Lerngruppen organisieren und so den Studienstress gemeinsam bewältigen. Die Lernfortschritte werden in regelmäßig stattfindenden Online-Tests überprüft. An vielen Fernunis ist es üblich, am Ende eines Semesters Klausuren zu stellen, für die die Studierenden allerdings an den Hochschulstandort reisen müssen. Neben dem eigentlichen Studium, das meist online absolviert wird, steht in der Regel auch ein direkter Kontakt zu Tutoren und Professoren offen, die zu Fragen bezüglich des Unterrichts kontaktiert werden können. Ein Fernstudium ist also oftmals weniger anonym als es zunächst den Anschein hat. Daneben gibt es jedoch noch das Online-Studium. Dieses findet gänzlich im Internet statt und verzichtet meist auch auf gedruckte Lernmaterialien. Diese werden stattdessen mit dem Zugang zum Online-Campus zur Verfügung gestellt. Hier erlaubt es dem Studierenden auch die Teilnahme an Webseminaren und das Betrachten von Lern-Videos. Die Abschlüsse derartiger Bildungseinrichtungen sind denen an normalen Universitäten und Fachhochschulen in den meisten Fällen gleichwertig. Ist die Fernuni staatlich anerkannt, sind es auch deren Abschlüsse. Personalabteilungen machen in der Regel keinen Unterschied zwischen einem Vollzeit- und einem Teilzeitstudium. Nicht selten werden Absolventen mit nebenberuflich erworbener Qualifikation sogar höhere Chancen attestiert, da man diesen ein hohes Maß an Disziplin, Leistungsbereitschaft und Zeitmanagement unterstellt.

 

Welche Hilfen kann man vom Arbeitgeber erhalten?

Zur Unterstützung ist der Arbeitgeber nicht grundsätzlich verpflichtet, dennoch greifen viele ihren Angestellten beim Studium unter die Arme, da es sich auch für das Unternehmen bezahlt machen kann. Arbeitgeber helfen nicht selten, indem sie Bildungs- beziehungsweise Sonderurlaub gewähren, damit der Arbeitnehmer den nötigen Freitraum für das Teilzeitstudium hat. Unternehmen reagieren häufig auch mit flexiblen Arbeitszeiten, damit eine Weiterbildungsmaßnahme ins Zeitmanagement passt. Da ein solches Studium in der Regel kostenpflichtig ist, kann die Hilfe des Arbeitgebers auch darin bestehen, die Studiengebühren gänzlich oder anteilig zu übernehmen. Ein finanzieller Beitrag zu den Lernmaterialien kann ebenfalls erwogen werden. Mitunter erklären sich Unternehmen sogar bereit, im Falle des erfolgreichen Abschlusses Erfolgsprämien für die erbrachte Leistung zu zahlen. Der Umfang eventueller Beihilfen muss allerdings individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart werden, da ein genereller gesetzlicher Zwang zur Unterstützung nicht besteht. Für die Leistung finanzieller oder logistischer Beihilfe kann der Arbeitgeber gewisse Bedingungen stellen. Beispielsweise wird recht häufig vereinbart, dass der Arbeitnehmer, der nebenberufliche Bildung genossen hat, nach erbrachtem Abschluss noch eine Zeit lang im Betrieb verbleibt, bevor er den Arbeitsplatz wechseln darf. In Form von Bildungsprämien kann auch Hilfe des Staates in Anspruch genommen werden. Stipendien oder Studienkredite sind ebenfalls Möglichkeiten, ein Teilzeitstudium finanziell zu stemmen.

 

Worauf sollte man Acht geben?

Wenn die ergriffene Fortbildungsmaßnahme hilft, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten, anzupassen oder zu erweitern, kann sie laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) steuerlich geltend gemacht werden. Das bedeutet, dass nach deutschem Steuerrecht berufliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die der Arbeitnehmer nach der abgeschlossenen Ausbildung in Anspruch nimmt, anerkannt werden. Studiengebühren und Ausgaben für Lernmaterialien können von der Steuer abgesetzt und vom Studierenden durch eine Steuererklärung zurückgeholt werden. Bevor ein Studium an einer Fernuni aufgenommen werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. In der Regel ist ein Abitur oder ein Fachabitur notwendig, um berufsbegleitend studieren zu können. Kann die allgemeine Hochschulreife nicht nachgewiesen werden, besteht bei einigen Universitäten die Möglichkeit, durch Einstufungstests zum gewünschten Studiengang zugelassen zu werden. Oftmals wird auch der Nachweis von Berufserfahrung verlangt. Nicht selten kann ein Studium erst nach dreijähriger Berufspraxis begonnen werden. Eine vorherige Ausbildung ist zwar nicht immer Pflicht, kann aber von Vorteil sein, da sowohl Erfahrung als auch im Zuge der Ausbildung erworbene Kenntnisse für das Studium nützlich sein können und helfen, dieses erfolgreich zu meistern oder gar zu verkürzen. Über die aktive Arbeitszeit, die in das Studium investiert werden soll, entscheidet zwar jeder selbst, dennoch ist es ratsam, nicht weniger als mindestens 15 Wochenstunden zu investieren. Wer ein Fernstudium erfolgreich absolvieren will, sollte also genug Zeit einplanen sowie ein gehöriges Maß an Disziplin mitbringen. Da eine derartige Bildungsmaßnahme eigenverantwortlich durchgeführt wird, bestimmt jeder Teilnehmer das Lerntempo für sich selbst. Erfahrungsgemäß ist es eher ineffizient, nach einem anstrengenden Arbeitstag abends noch einige Stunden für das Lernen aufzuwenden. Hier macht es mehr Sinn, ganze Tage, etwa am Wochenende, für die Fortbildung zu blocken und somit das benötigte Pensum zu erfüllen. Ein solches Studium bedeutet in jedem Fall viel Stress, kann sich aber für die eigene Entwicklung und die berufliche Karriere bezahlt machen.